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Objektwelten |
Acht-Stationen-Rundgang durch das Schloss Möderndorf und die Sammlung Georg Essl
Ein kleiner Ausschnitt aus den vielen OBJEKTWELTEN, die das Gailtaler Heimatmuseum beherbergt
Genius – Bronzestatuette eines Opfernden. Er ist bekleidet mit einem bis zu den Waden reichenden Himation, das die rechte Schulter und den rechten Arm freilässt. Dieser ist weit seitwärts ausgestreckt und hält mit der Hand eine Schale, eine Patera. Die Augen sind betont groß angegeben. Er trägt eine Kappe. |
Pergament – Pergament-Fragment aus dem 14. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um eine Predigt-Handschrift im Sermonstil, behandelt wird eine Stelle aus dem Lukasevangelium. Der lateinische Text ist in kursiver, gotischer Buchschrift verfasst. Das Fragment diente als Rücken- und Eckenverstärkung für das Protokoll des Markhtgerichts zu S. Emochor 1714 und hat sich so erhalten. |
Lutherbibel – Bemerkenswerte Bibel von Martin Luther revidiert und 1541 bei Hans Lufft zu Wittenberg in Sachsen gedruckt. (Erstdruck 1534). Der Name des Autors – Martin Luther – wurde mit Pech aus dem Buch gebrannt, um die Bibel vor den Bücherverbrennungen im Zuge der sogenannten Gegenreformation zu schützen. Die Bibel kam mit der Familie Essl als Schmuggelware ins Gailtal, wo heute einige lebendige, evangelische Kirchengemeinden bestehen. 1998 wurde die Bibel in Bratislava sach- und fachgerecht restauriert. |
Geschnitzter Knauf eines Hochzeitsladerstockes – als Beispiel für die Artefakte, die über das Brauchtum im Tal erzählen. Der stilisierte Hundekopf hat als Augen rote Glasperlen eingesetzt. Datierung: Mitte des 19. Jahrhunderts, die Zeit einer längst untergegangenen bäuerlichen Dorfwelt. |
Syringodendron – Das ist ein Steinkern eines ca. 290 Mio. Jahre alten Siegelbaumstammes. Ein Stamm dieser Größe aus der sogenannten Steinkohlezeit ist in Europa einzigartig. Fundort war die Kronalm (Agrargemeinschaft Siebendorferschaftsalpe Garnitzen). Im September 1983 haben Experten der Geologischen Bundesanstalt und des Naturhistorischen Museums Wien die Versteinerung geborgen; dazu war es nötig den Stein zu zerschneiden und mittels Haflingerpferden des Bundesheeres, der Gebirgsjäger Spittal, abzutransportieren (Basisdurchmesser 80 cm, Gewicht 1 Tonne). |
Honigschleuder – Die interessante Kurbelmaschine verweist auf die Bedeutung der Imkerei im Gailtal sowie auf die Erfindungsgabe der ländlichen Bevölkerung. Konstrukteur und Hersteller ist Matthias Grollitsch (geb. 1903). Die Schleuder war seit 1920 in Betrieb und befindet sich seit 1990 im Museum. |
Waschbrett – hölzernes Waschbrett mit behauener Stein(!)auflage. Nur ein Beispiel für die unbedankte, vorindustrielle Hausarbeit, welche die Frauen zu verrichten hatten. Dieses interessant Stück aus dem Jahr 1845 war Teil der Brautausstattung von Susanne Regittnig, geboren 1828 in der Einschicht bei Weißbriach. 1847 heiratete sie nach Untervellach in das Bauernhaus Zankl vlg. Gospa, wo sie 1926 verstarb. Ihre Enkelin, Susanne Bresinschegg, hat das Waschbrett dem Museum übergeben. |